Aufzeichnung
Speichern statt Abschalten
In der 18. Ausgabe der Zuversichtlichen am 17. August 2026 sprachen Reinhard Schneider, Inhaber von Werner & Mertz, und Gerd Schöller, Geschäftsführer von Schoenergie und Autor des Buches „Unter Hochspannung“, über die Frage, wie die Energiewende in Deutschland klüger gestaltet werden kann.
Die heißen Wochen vor dieser Sommerausgabe der Zuversichtlichen zeigten, dass die Folgen des Klimawandels längst keine Zukunftsprognose mehr sind. Trockene Flussbetten, Hitzebelastungen für Menschen und Unternehmen sowie steigende Anforderungen an Kühlung und Energieversorgung zeigen, dass Antworten gefragt sind.
Es fehlt an der Umsetzung
Die Diskussion machte deutlich, dass die Energiewende nicht an fehlenden Lösungen scheitert. Viele Technologien sind bereits verfügbar, werden aber (noch) nicht konsequent genug eingesetzt.
Besonderes Augenmerk lag auf der Rolle von Energiespeichern. Sowohl Reinhard Schneider als auch Gerd Schöller beschrieben Batteriespeicher als eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Sie können helfen, erneuerbare Energien besser zu nutzen, Strom dann bereitzustellen, wenn er benötigt wird, und Netze effizienter zu betreiben. Anhand konkreter Beispiele wurde aufgezeigt, wie intelligente Speicher- und Energiemanagementsysteme dazu beitragen können, Energie günstiger, flexibler und effizienter einzusetzen.
Mitgestaltung als Erfolgsfaktor
Auch die Frage nach den notwendigen politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen wurde intensiv diskutiert. Es ging um intelligente Stromnetze, Smart Meter, Flexibilisierung und die Beteiligung von Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern an der Energiewende. Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass die Transformation dann besonders erfolgreich ist, wenn Menschen selbst aktiv werden können und konkrete Vorteile erleben, etwa durch niedrigere Energiekosten, mehr Unabhängigkeit oder neue Möglichkeiten zur Mitgestaltung.
Chance des Wandels erkennen
Eine zentrale Erkenntnis des Abends war: Die Technologien für eine erfolgreiche Energiewende sind vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, Hindernisse in der Umsetzung zu überwinden, Verantwortung zu übernehmen und die Chancen des Wandels entschlossen zu nutzen. Gerd Schöller machte deutlich, dass es das teuerste Szenario sei, nicht weiter auszubauen. Reinhard Schneider plädierte dafür, die Chancen des Wandels wieder stärker aufzuzeigen und die Engpässe klar zu benennen, die es zu lösen gilt.